Die Schule, von der im Folgenden ausgiebig die Rede sein wird, wurde in ihren Aufgaben und Zielen noch von unseren Großeltern völlig anders gesehen als es heute der Fall ist. Dies gilt besonders für die ländliche Volksschule. Sie diente keineswegs dem sozialen Aufstieg, dem Bürgerrecht auf Bildung, der Gleichheit der Bildungschancen oder ähnlichen bildungspolitischen Vorstellungen, vielmehr hatte sie schlicht und einfach ihre Schüler mit den wichtigsten Kulturtechniken, also Lesen, Schreiben und Rechnen vertraut zu machen.

Sie hatte darüber hinaus die sittliche Erziehung des jungen Menschen maßgeblich mit zu besorgen, und sie tat dies mit Hilfe der Religion. Die Furcht der Ferne ist der Weisheit Anfang. Andere Bildungsinhalte, also die so genannten Realien Erdkunde, Geschichte und Naturkunde traten ebenso wie Turnen und Zeichnen noch hinzu, waren aber letztlich doch nur von nachgeordnetem Wert.

Gehen wir zeitlich weiter zurück, so verschiebt sich dieses Bild nochmals. Die Volksschule muss geschichtlich als ein Kind der Reformation angesehen werden. Sie stand von Anfang an im Dienste der katechistischen Laienschulung. Jahrhunderte hindurch war es ihre wesentliche und zentrale Aufgabe, religiöse Erziehung zu betreiben. Man lernte lesen, um in der Bibel und im Katechismus lesen zu können. Man lernte singen, um in der Kirche die Choräle mitsingen zu können. Und die aus heutiger Sicht geradezu unglaubliche Zahl der auswendig zu lernenden Bibelzitate, Katechismussprüche und Choraltexte spricht ohnehin für sich. Der Lehrer war aus diesem Grund von Anfang an eben nicht ein vom Staat beauftragter und besoldeter Bildungsbeamter, sondern er leitete seine Tätigkeit aus der Kirche, aus ihrem Selbstverständnis und ihren Aufgaben her.

Sein natürlicher Vorgesetzter war halt der Pfarrer bzw. der Superintendent. Erst im so genannten Kulturkampf von 1872 setzte der Staat durch, dass an die Stelle der geistlichen eine weltliche Schule trat. Doch auch sie bestand nur der Form nach. Da der Staat über eigene Schulaufsichtsbeamte ja noch gar nicht verfügte, behalf er sich mit einem formalen Trick. Er nahm den Pfarrern gleichsam mit der einen Hand die Schulaufsicht ab und gab sie ihnen mit der anderen Hand wieder. Waren sie früher kraft kirchlichen Rechts tätig, so wurden sie nun zu staatlich beauftragten Schulaufsichtsbeamten. Inhaltlich änderte sich also nichts. Dies alles muss man wissen, um ländliche Schulgeschichte richtig zu beurteilen und zu verstehen. Die Schule hatte eine andere im Vergleich zu heute nebensächliche Funktion. Für den Beruf, für den harten täglichen Broterwerb, womöglich gar für eine soziale Karriere war sie nicht gedacht und ganz untauglich. So schlecht sie daher oft auch ausgestattet war und so erbärmlich die Lehrer bezahlt wurden, sie war im Grunde immer noch ein Luxus, den man sich leistete bzw. aufgrund obrigkeitlicher Zwangsmaßnahmen leisten musste. Wir werden sehen, dass diese allgemeinen Vorbemerkungen uneingeschränkt auch für Taaken zutreffen.

Im Jahre 1851 wurde der bisherige Lehrer Gerken aus Alters- und Gesundheitsgründen in den Ruhestand versetzt. Offenbar mit der Bestellung eines neuen Lehrers wurde auch die Frage einer Verbesserung des Schullokals erörtert. Das alte Gebäude befand sich in einem verheerenden Zustand. Der Fußboden war morsch, Türen, Fenster und Wände waren undicht, das Ganze regelrecht baufällig. Vor allem war das Schulzimmer viel zu klein. Die Länge wird mit 18 ½ Fuß und die Breite mit 7 ½ Fuß angegeben. Dies würde einer Grundfläche von 16,65 qm entsprechen bei einer Kinderzahl von über 40. Am 12.05.1854 besichtigte der Oberschulinspektor Kammann vom Konsistorium in Stade das Schulgebäude und war über den Zustand und die völlig unzulängliche Größe des Raumes so entsetzt, dass er wenige Tage später, am 22.05.1854, die Kirchenkommission des Amtes Rotenburg beauftragte, mit der Schulgemeinde Taaken zur Beseitigung der wahrgenommenen Übelstände unverzüglich Kontakt aufzunehmen. Jetzt kamen die Dinge ins Rollen. Am 8. Juni ging von Rotenburg eine entsprechende Aufforderung an Taaken, und bereits am 12. Juni tagte der Schulvorstand, um sich mit der Sache zu befassen. Seine Mitglieder, der Halbhöfner Johann Hinrich Schlobohm, Halbhöfner Johann Holsten, Anbauer Nikolaus Pape, Schullehrer Johann Peter Klindworth und der Sottrumer Pastor Bohn einigten sich nach längerer Diskussion auf Abriss und Neubau. Vier Tage später trat die Schulgemeinde zusammen, um über den Vorschlag des Schulvorstandes zu beraten. Alle Anwesenden stimmten geschlossen für einen Neubau. Bei der Kostenfrage gab es zunächst wenig Ärger. Zwar wiesen die Anbauer darauf hin, dass sie nicht verpflichtet seien, Beiträge zum Schulbau zu leisten, sie erklärten sich jedoch bereit, freiwillig jeder 2 Taler zu zahlen und außerdem drei Tage mit Handarbeiten beizusteuem. Am 1. Mai 1856 sollte das Haus fertig sein. Anders das Konsistorium in Stade. Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen, verfügte es am 10.07.1854 in einem Schreiben an die Kirchenkommission in Rotenburg, dass der ins Auge gefasste Termin zu spät sei. Spätestens zu Michaelis 1855 müsse das Haus fertig sein. Dafür stellte es die mögliche Gewährung einer öffentlichen Beihilfe in Aussicht, die aber nicht gezahlt wurde. Jedenfalls sollte Taaken unverzüglich damit beginnen, einen Grundriss nebst genauer Kostenberechnung zu erstellen und nach Stade zu senden. Am 08.02.1855 tagte die Schulgemeinde wieder. Der Zimmermeister Röhrs aus Stuckenborstel legte einen Plan vor, der den Beifall aller Anwesenden fand. Kleinere Beanstandungen versprach Röhrs bei der Bauausführung zu berücksichtigen. Ein interessanter Disput entspann sich um die Frage der Feuerstelle. Pastor Bohn aus Sottrum schlug vor, eine Küche mit einem richtigen Schornstein zu bauen. Dem widersprachen alle anderen Anwesenden. Sie hielten eine herkömmliche Diele mit dazugehörigem Flett für zweckmäßiger. Andernfalls würden die Nachbarn verlangen, das Haus wegen der Feuergefahr mit Ziegeln zu decken und ein mit Ziegeln gedecktes Haus habe nun einmal für den Landmann viele Unbequemlichkeiten. Es blieb schließlich bei einer traditionellen Lösung: Ständerbauweise mit Diele, Flett und Strohdach. Wie nicht anders zu erwarten, zogen sich die Dinge ohnehin noch gewaltig in die Länge. Zunächst entstand im Dorf zwischen den Halbhöfnern und den Kleinbauern ein Streit über die Kostenbeteiligung. Vorgesehen und wohl auch überliefert war ein Verfahren, das die einzelnen ,,Klassen" im Dorfe nach folgendem Schlüssel heranzog.

Halbhöfner 6 Kostenanteile

Pflugkötner 4 Kostenanteile

Bringkötner 2 Kostenanteile

Neubauern 1 Kostenanteil

Aber auch das behördliche Genehmigungsverfahren für das Bauwerk brauchte seine Zeit. Am 28.05.1855 wurden die Unterlagen dem Kirchenkommissariat in Rotenburg vorgelegt. Am 31.07.1855 gingen sie von dort an das Amt Ottersberg, dann nach Stade, und am 12.11.1855 kam endlich die Genehmigung des Konsistoriums. Als Kosten wurden 1440 Taler veranschlagt. Das bautechnische Gutachten kam von dem Landbaumeister Giesewell aus Stade, der für seine Bemühungen ein Honorar von 20 Groschen und 6 Pfennigen verlangte. Wie es bei öffentlichen Bauwerken so üblich ist, ging auch hier das Bauen selbst schneller als die administrative Vorarbeit. Bereits im Sommer 1856 konnte die Familie des Lehrers in das neue Haus einziehen und zu Michaelis, das ist der 29. September, des gleichen Jahres wurde die Schule ihrer Bestimmung übergeben.

1851-1905

Die Lehrer in Taaken

Es sind nicht viele Lehrer, von denen berichtet werden kann. Anders als für das benachbarte Schleeßel fehlen leider die Unterlagen, die über das Gründungsdatum der Taakener Schule verlässliche Auskunft geben könnten. Es ist durchaus denkbar, dass lange Zeit Taakens Kinder im Winter nach Sottrum zur Schule gingen. Den Luxus einer Sommerschule dürfte man sich kaum geleistet haben. Wenn man die ungefähren Gründungsdaten der Schulen vergleichbarer Dörfer unseres Raumes auf Taaken überträgt, dann wird wohl erst im Laufe des 19. Jahrhunderts eine Schule entstanden sein. Die Stader Konsistorialakten befassen sich erst seit 1851 mit der damals allerdings schon bestehenden Schule in Taaken, und es ist nicht auszuschließen, dass die Gründung erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte. Die im Moment verfügbaren Quellen beginnen bei dem Lehrer Gerken, der viele Jahrzehnte hindurch bis 1851 die Taakener Schulstelle verwaltete. Es war bis um 1870 durchaus nicht unüblich, einen Lehrer nach Erreichen einer bestimmten Altersgrenze - z. B. 65 Jahre - in den Ruhestand zu versetzen. Bekanntlich waren die Lehrer nicht Staatsbeamten, sondern Gemeindebedienstete. Ihr Gehalt war von Dorf zu Dorf verschieden. Es setzte sich aus den Erträgen der zur Schulstelle gehörenden Ländereien, dem Schulgeld, kleineren Leistungen der Eltern, z. B. Eier zu Ostern, Brot zum Michaelis, ein Stück Fleisch zu Weihnachten, und einem Zuschuss des Schulverbandes zusammen. Zuschüsse durch die Regierung für besonders arm ausgestattete Schulstellen kamen erst später hinzu. Das alles war wenig genug, und es gab im Königreich Hannover noch um 1830 viele Schulstellen, die auf ein Jahresgehalt von 30 Talern oder noch weniger kamen. Die Pensionierung eines alten bei gleichzeitiger Neueinstellung eines jungen Lehrers hätte die nochmalige Aufteilung dieser ohnehin geringen Bezahlung bedeutet. In aller Regel versah ein Lehrer daher sein Amt bis zu seinem Lebensende - die letzten schweren Wochen vielleicht ausgenommen. Dies alles galt auch für Gerken. Erst Ende 1851 bat er um die Einstellung eines Hilfslehrers, nachdem er bis Weihnachten des Jahres ohne Unterbrechung seiner Schule vorgestanden hatte. Dann befiehl ihn eine Wassersucht, der er wenige Wochen später erlag. Sein erst 16-jähriger Sohn übernahm zunächst die Schule, war aber zu diesem Amt offenbar noch nicht befähigt, weshalb der Sottrumer Pastor Krull bei der Kirchenkommission in Rotenburg um die vorläufige Entsendung eines Präparanden bat. Vermutlich handelte es sich hierbei um Johann Peter Klindworth, der bei den Beratungen um den Schulneubau im Frühjahr 1854 mitgewirkt hatte. Ostern 1854 kam es zur Berufung von Johann Hermann Meyer. Auch er war zunächst nur seminarisch vorgebildet, holte das jedoch später nach. Einige Einzelheiten über seinen Ausbildungsgang lassen sich aus den Taakener Schulakten des Staatsarchivs Stade herausfiltern. Sie werfen zugleich ein bezeichnendes Licht auf die Vorbildung vieler Landlehrer jener Zeit. Meyer wurde am 5.9.1837 in Groß Sottrum geboren. Im Winter 1852/1853, also mit 15 Jahren, wurde er bereits Schulgehilfe in Krummendeich, wo er sich offenbar das elementare Rüstzeug für seinen späteren Beruf erwarb. Im Sommer 1853 erhielt er die Schulstelle in Stuckenborstel. Von Ostern 1854 bis Ostern 1855 verwaltete er die zweite Lehrerstelle in Mehlum, und seit Ostern 1855 war er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1905 Lehrer in Taaken. Eine Seminarausbildung holte er vermutlich im Laufe der Jahre während der Sommerferien nach. Ein damals durchaus übliches Verfahren. Weit über 50 Jahre erfüllte Meyer getreulich sein Amt. Anfang 1905 wurde er zur Ordensverleihung vorgeschlagen, eine damals inzwischen üblich gewordene Ehrung. Der Sottrumer Pastor schrieb in seiner Eigenschaft als Ortsschulinspektor einen gutachtlichen Bericht über ihn an den Rotenburger Superintendenten Dickmann, in dem es u. a. hießt: „Der Lehrer Meyer zu Taaken hat sein Amt immer mit Treue verwaltet und seiner Ausbildung gemäß Genügendes geleistet. Auch führte er einen tadellosen Lebenswandel. Er besitzt das Vertrauen seiner Schulgemeinde in seltener Weise. Über seine preußischpatriotische Haltung kann ich nichts aussagen. Ich habe mit ihm niemals über Dahinschlagendes gesprochen, auch Sonstiges davon gehört, aber nie das Geringste, das irgendein Anti vermuten lassen könnte. Ich hatte im letzten Jahr schon die Absicht, die Feier eines Jubiläums in Anregung zu bringen, unterließ es aber schließlich, weil ich meinte, seine Jahre vor dem Seminar würden nicht mitgezählt.“ Unter Verwendung dieses Berichts stellte der Superintendent Dickmann am 15. Februar 1905 bei der Regierung in Stade den Antrag auf Erwirkung eines Ordens für Meyer, und am 23. März desselben Jahres verlieh seine Majestät der Kaiser und König ihm den Adler der Inhaber des königlichen Hauswappens von Hohenzollern mit der Zahl „50“.

Nach Meyer's Pensionierung wurde am 01.10.1905 der Lehrer H. Küsel zunächst provisorisch angestellt. Seine endgültige Berufung erfolgte zwei Jahre später. Am 01.10.1907, bereits sechs Monate später, schied Küsel aus dem Schuldienst des Bezirks aus und ging als Lehrer nach Hamburg. Ein halbes Jahr war die Schule ohne Lehrer. Es kam zu einer Vertretung durch die benachbarten Lehrer H. Büsching aus Clüversborstel und Johann Müller aus Stapel. Beide gaben nur stundenweise Unterricht und erhielten dafür 1,50 Mark pro Stunde und außerdem 50 Pfennig für jeden Weg nach Taaken. Am 01.10.1908 wurde der Schulamtskandidat Hauschildt provisorisch als Schulverwalter eingesetzt. Ihm ging es ähnlich wie Küsel. Die endgültige Berufung erfolgte erst am 01.07.1911. Aber schon am 01.04.1912 wurde er nach Bevern versetzt, und Taaken war wieder ohne Lehrer. Man fand schließlich den Lehrer Hinrich Wahlers, der zu dem Zeitpunkt aber noch als Unteroffizier im Königlich-Preußischen Infanterieregiment 59 diente. Seine endgültige Anstellung erfolgte am 01.03.1914. Ob er im Ersten Weltkrieg eingezogen wurde, ist nicht bekannt. Anfang 1930 wurde Wahlers nach Narthauen versetzt. Zu Herrn Wahlers ist zu sagen, dass er weitgehend das kulturelle Leben in der Dorfschaft Taaken mitbestimmte. Er war die herausragende Figur im Dorf und wurde sehr geachtet. Er gründete einen Gesangverein, leitete diesen und nahm sehr aktiv am Dorfleben Teil. Sein Nachfolger wurde Lehrer Jark, der bis 1943 in Taaken das Lehramt versah. Auch Herr Jark setzte sich in besonderer Weise für das Dorfleben ein. In den letzten Kriegsjahren wurde es aber zunehmend schwieriger, den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. Lehrer Heimbockel aus Schleeßel und auch der Lehrer aus Stapel versuchten, hier teilweise auszuhelfen. Ende Juni 1945 wollte man in Taaken den geregelten Schulbetrieb wieder aufnehmen. Es wurden Anmeldungen zum Besuch der Volksschule in Taaken ausgegeben. 85 Kinder wurden in der einklassigen Schule in Taaken von Lehrer Claus, der damals in Stapel seinen Dienst wieder aufgenommen hatte, und von Lehrer Heimbockel aus Schleeßel abwechselnd unterrichtet. Am 01.02.1947 trat der Lehrer Artur Stobbe offiziell seinen Dienst in Taaken an, und er war damit auch offiziell der Nachfolger von Lehrer Jark. Von den Schülerinnen und Schülern aus der Zeit wird berichtet, dass er manchmal bis zu 103 Kinder allein in einem Klassenraum unterrichtete. Es ist noch nachzutragen, dass vor Stobbe der Lehrer Eschholz kurz Dienst in Taaken tat und auch im Dorf wohnte. Lehrer Stobbe, fast schon so etwas wie eine Symbolfigur in Taaken, wurde 1950 nach Stade an eine Sonderschule versetzt. Seine Nachfolge trat der Lehrer Postel an, der mit anderen Junglehrern bis 1951 den Schuldienst versah. Hier tauchen Namen auf wie Lehrer Bartel, Lehrerin Gurn u.a. Lehrer Postel verließ 1951 die Taakener Schule. Es folgte dann der Hauptlehrer Pelchen, der zusammen mit einem Lehrer Eckdorf den Schuldienst noch in der alten Schule in Taaken versah. Es wurde aber schon kräftig an einem Neubau der Schule gearbeitet. Hauptlehrer Pelchen beteiligte sich sehr aktiv im Dorf am allgemeinen kulturellen Leben, in allen Bereichen des Dorflebens und wurde in den Schulneubau mit einbezogen. Die Einweihung dieser Schule erfolgte Ende 1953. Das Ehepaar Pelchen sowie das Ehepaar Eckdorf bewohnten oben in dieser neuen Schule je eine Lehrerdienstwohnung. Als Lehrer Eckdorf die Schule in Taaken verließ, folgte ihm ein Lehrer Dammrath, der aus der damaligen DDR kam. Da Dammrath’s Lehrerexamen aus der DDR in Niedersachsen nicht anerkannt wurde, wechselte er nach Bremen, wo eine nochmalige Prüfling nicht zu absolvieren war. Mitte 1962 verließ Lehrer Pelchen die hiesige Schule. Es folgten Lehrerin Frau von Pontatius und Fräulein Binsch. Im Jahre 1963 wurde das Lehrerehepaar Seife an die hiesige Schule versetzt, die eine längere Zeit den Schuldienst versahen.

In den nächsten Jahren begann die Auseinandersetzung um die Neubildung des Schulwesens. Die Schule in Taaken war bereits in Frage gestellt. Es entstanden das neunte Schuljahr und die Förderstufe. Zunächst wurde das neunte Schuljahr nach Horstedt abgezogen, wo man eine Mittelpunktschule plante, die die Klassen ab dem 5. Schuljahr aufnehmen sollte. Es war zunächst vorgesehen, die Klassen 1 bis 4 in Taaken zu belassen. Der Schulneubau und die Platzfrage in Horstedt schlugen hohe Wellen, und man versuchte mit allen Mitteln, die Taakener Gemeinde zu diesem Schulneubau, der sehr teuer war, mit heranzuziehen. Man beabsichtigte, die Schule in Taaken zu verkaufen. Der Landkreis Verden zog seine Schüler aus Benkel ab, und es folgten heftige Debatten über die Finanzierung. Nur mit größter Anstrengung konnte verhindert werden, dass Schule und Schulplatz veräußert wurden. In einer Verbandsversammlung, die am 20.02.1967 stattfand, versuchten die Vertreter des Landkreises, Herr Schulrat Jens und Herr Kreisamtmann Lehmann, die Taakener davon zu überzeugen, dass es gut sei, den Schulzweckverband Taaken aufzulösen und die Taakener Kinder in Horstedt einzuschulen. Es wurde in dieser Versammlung angeboten, das 1. bis 4. Schuljahr in Taaken zu belassen und die Oberstufe (5. bis 9. Schuljahr) in die Mittelpunktschule Horstedt umzuschulen. Als man bemerkte, dass die Taakener Bürger ihre Schule nicht freiwillig aufgeben wollten, zog man den Lehrer Seife ab und schrieb die Stelle nicht neu aus. Daraufhin engagierten sich Bürgermeister und Ratsmitglieder für die Neubesetzung der Stelle. Man gab Anzeigen auf und erhielt die Erlaubnis von der Bezirksregierung in Stade, jemanden einstellen. Dies versuchte der Schulrat zu verhindern, indem er den Bewerbern mitteilte, dass durch eine Besetzung der Stelle in Taaken die zuständige Mittelpunktschule in Horstedt blockiert würde. Es kam zu einer ernsthaften Debatte mit dem Ergebnis, dass Taaken wieder einen Lehrer einstellen durfte. Die erste Lehrerin, die hier beschäftigt wurde, war Frau Westphal aus Bötersen, die mit weiteren jungen Lehrkräften den Schulbetrieb aufrechterhielt. Auf die Anzeigen hatte sich auch ein Lehrerehepaar Schmidt beworben, das in einem persönlichen Gespräch großes Interesse zeigte, die hiesige Schulstelle zu übernehmen. Nachdem Frau Westphal als Lehrerin von Taaken nach Waffensen versetzt worden war, übernahm das Lehrerehepaar Schmidt den Schuldienst in Taaken.

1974 wurde der Schulbetrieb komplett eingestellt und das Schulgebäude für den Kinderspielkreis genutzt.